Kleine Monster

Es ist schon ein paar Wochen her, da trat ein kleines Monster in mein Leben: Garg, das niedliche Monstermädchen aus der Feder von Asp und Ingo Römling. Nun möchte ich Euch die Kreation der hehren Kollegenschaft einmal vorstellen.

Garg ist ein kleines Monsterchen, dass gemeinsam mit dem Autor Benni in Garg © Asp/Ingo RömlingCartoon-Form lustiges, drolliges, spannendes, reflektierendes und alltägliches erlebt. Die Comic-Reihe von Asp und Ingo Römling gibt es bereits seit einigen Jahren und zu meiner immerwährenden Schande muss ich gestehen: Bislang sagten mir die Autoren und ihre Serie nichts. Ein bisschen Recherche später wurde mir zwar bewusst, was ich bis dahin verpasst hatte, doch vor allem stellte ich mir die Frage, wie “7 Jahre mit Garg” bislang an mir vorbeigehen konnte.

Zeichner und Autor von 7 Jahre mit Garg

Denn tatsächlich arbeitet Ingo Römling auf einem dermaßen hohen, zeichnerischen und grafischen Niveau, dass der Kollege definitiv den Vergleich zu anderen Cartoonisten, die man aus syndicated comic-strips kennt, nicht scheuen braucht. Der Strich der Illustrationen ist schwungvoll und präzise, die Beobachtungsgabe hervorragend ausgebildet.

Autor Asp – den meisten vermutlich bekannt als Sänger der Gothic-Band “The Tales of ASP” – hat ein gutes Gespür für die Kleinigkeiten im Leben und er versteht es mit Witz und Nachdenklichkeit seine Figuren authentisch sprechen und agieren zu lassen.

“Garg” ist vor allem eines: niedlich. Dies ist zugleich der große Vorzug der Serie und auch einer der wenigen Kritikpunkte: So richtig bissig wird es nicht in der Welt des kleinen Monstermädchens und ihres Menschen. Geschichten aus der Vorstellungskraft von Garg als Space-Heldin “Starluck” oder die Eigenschaft, durch Fressen von Büchern deren Inhalt auswendig zu wissen, sind halt drollig, aber wenig spitz. Und so mäandert die Prämisse irgendwo zwischen Alf, Snoopy und Mafalda, tut niemandem weh, aber funktioniert dabei immerhin so gut, dass man beide Charaktere spontan ins Herz schließt – Autor und Zeichner scheinen hierbei zu gleichen Teilen beizutragen.

So zumindest erschließt es sich aus den Geschichten und Zeichnungen: Hier scheint ein wirklich gutes Team wirklich gut zusammen arbeiten zu können. Und das schon seit einer ganzen Weile, wie die jüngst veröffentlichte Gesamtausgabe von 2007 bis 2010 von “7 Jahre mit Garg” beweist.

Sammelband von Asp und Ingo Römling

Das Buch selbst ist als schniekes Hardcover erschienen und vereint auf 113 Seiten die Strips aus eben jenen Jahren und die lange Story “Mein Findetag” (Geburtstage bei kleinen Monstern). Während der erste Abschnitt in typischem Schwarz-Weiß gehalten ist, kann der Zweite durch eine gelungene Farbgebung überzeugen.

Auch hier stellen sich zwei winzige Kritikpunkte ein, die der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt bleiben sollten: Für Neulinge in der Welt von Garg (also mich) wird man ein bisschen zu schnell in die Stories geworfen – dass das Monster Garg heißt, ist logisch, doch Benni und seine Attribute werden erst nach etlichen Seiten im Vorbeiflug erwähnt. Hier wäre es schön gewesen eine Einleitung oder eine Info-Box zu haben, wie sie sehr praktisch an anderen Stellen des Buches auch erscheint.

Der zweite Punkt richtet sich dann auch auf den “Findetag”: Hier hat man wie bei “Dennis the Menace” oder “Marmaduke” ein einzelnes Bild und etwas Text, bei dem Autor Asp hier reimender Weise seinen inneren Wilhelm Busch gechanneled zu haben scheint. Das funktioniert jedoch nur bedingt und nicht zuletzt auch durch die Geburtstags-Thematik musste ich zumindest häufig an die typischen Tante-Erna-Grußkarten denken (denn in jeder Familie gibt es irgendjemanden, der oder die der Meinung ist, zum Geburtstag reimen zu müssen).

Doch diese beiden Kritikpunkte sollten definitiv niemanden davon abhalten, bei der nächsten passenden Gelegenheit einen Blick in das neue “7 Jahre mit Garg” Buch zu werfen oder einen Besuch auf der Webseite des kleinen Monsters zu wagen. Ich jedenfalls freue mich schon auf weitere Geschichten und Abenteuer des Monsterchens.

Den Sammelband kann man im Shop auf den beiden offiziellen Webseiten bestellen.

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